Folgemilch

Als Folgemilch wird Babymilch bezeichnet, die mit einer 2 oder 3 gekennzeichnet ist und frühestens ab dem 6. Lebensmonat gegeben werden sollte. Im Gegensatz zur Anfangsmilch beinhaltet die Folgemilch mitunter verschiedene Kohlehydrate bzw. Stärke und eine andere Eiweißkomponente. Sie enthält gemäß einer neuen EG-Richtlinie auch eine höhere Eisenmenge gegenüber der Anfangsmilch. Ein längeres Sättigungsgefühl entsteht durch die veränderte Zusammensetzung, welche eine längere Verweildauer im Magen bewirkt.

Die Kalorienzahl liegt bei Folgemilch im Schnitt bei 74 – 80 Kcal auf 100 ml, also  unwesentlich höher als bei 1er Milch. Durch die längere Magenverweildauer trinken die Babys eher weniger von 2er als von 1er Milch, was zu dem positiven Effekt führt, dass Babys dabei sogar Kalorien sparen, anstatt, wie oft falsch gedacht, dick werden. Die richtige Anwendung macht´s.

Weniger gut an die Muttermilch angepasst ist die “2er”-Milch und daher auch vor dem vierten Lebensmonat nicht geeignet! Der Hauptvorteil aller Folgemilchen ist das längere Sättigungsgefühl durch noch bessere Sämigkeit. Durch die dickflüssigere Konsistenz ist auf jeden Fall ein größerer Sauger (Gr.2) zu empfehlen, da das Baby sonst Schwierigkeiten beim Saugen hat. Der Folgemilch werden neben Laktose auch Stärke und verschiedene Kohlehydrate (Glucose, Maltose oder Kristallzucker) zugesetzt.

Die “3er”-Milch sollte auf keinen Fall vor dem achten Lebensmonat gefüttert werden. Da das  Kleinkind in diesem Alter schon ganz genau weiß, was es will, hat man – um das Kind zufriedener zu machen – die Kalorienzahl auf bis zu 80 kcal/100ml erhöht und süße oder fruchtige Geschmacksstoffe zugeführt.

Folgemilchen sind zwar der Qualität nach nicht mehr der Muttermilch angepasst, sind aber andererseits in Bezug auf wichtige Nährstoffe, wie zum Beispiel den ungesättigten Fettsäuren, Jod, etc. der reinen Kuhmilch überlegen.

Man hat festgestellt, dass Folgemilchen ab dem zweiten Lebenshalbjahr in der Regel keine ernährungsphysiologische Bedeutung mehr haben. Im Gegenteil – ihr hoher Eiweißanteil belastet die Ausscheidungsorgane und kann zu längerfristigen Veränderungen im Gesamtstoffwechsel führen. Folgemilchen sollten demnach strikt beschränkt gefüttert werden, da sie zudem zu Übergewicht führen können, welches sich häufig auch langfristig manifestiert.

Durch den Aufbau einer optimalen Beikost sollte demnach die Milch zunehmend ersetzenwerden, um schließlich bis zum Ende des ersten Lebensjahres an der gemeinsamen Familienkost teilzunehmen zu können. Denn durch die Verwendung von süßschmeckenden Pulvermilchen aus Saugerflaschen gewöhnt sich das Kind nur schwer an den Geschmack von natürlichen Lebensmittel, was später auch zu einer erschwerten und verspäteten Einübung des altersgemäßen, ausgewogenen Familienessens führen kann.

 

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